Vor der Anschaffung einer Katze

Auf einmal ist sie da: Der neue Mitbewohner in Gestalt einer Katze. Zu schnell ist man einem Katzen-Kitten erlegen und spontan hat man sich entschlossen, sich einen Mitbewohner mit Fell ins Haus zu holen. Nicht stets über alles nachgrübeln zu müssen im Leben kann auch reizvoll sein. Beim Abwägen über die Anschaffung eines Haustiers sollte man aber dennoch länger überlegen. Denn wenn der unüberlegte Entschluss bedauert wird – dann leidet am meisten das gerade angeschaffte Tier. Und gerade bei Katzen kann es passieren, dass man die zeitliche Belastung unterschätzt. Oder die ausgesuchte Rasse hat ein Charakter und Wesen, dass man so doch nicht mag. Schließlich gibt es wilde Katzen, aber auch sehr zahme Katzen. Katzen, die super alleine klar kommen (möchten) und Katzen, die eben sehr viel Zeit zum Schmusen brauchen. Und vom Fell reden wir noch nicht einmal, der Pflegeaufwand für eine Perserkatze ist zum Beispiel deutlich höher als bei einer Burma oder eine BKH.

Gründlich nachdenken ist also Pflicht

Die Anschaffung eines Haustiers, gleich ob Katze, Hund, Vogel, Fisch oder Hamster, sollte also gründlich überlegt werden. Bedenken sollte man nicht nur die sofortigen Auswirkungen einer Tierhaltung, sondern eben auch, dass man sich meist für einige Jahre bindet und für das Tier sorgen muss.

Den Zeitfaktor sollte man nie außer Acht lassen.

Das die Anschaffung eines Tiers nichts kostet, kommt nur sehr selten vor. Und selbst wenn braucht man doch sofort etwas zu Fressen und immer auch etwas an Grundausstattung. Und den meisten Katzen sollte man noch einen Artgenossen zur Seite stellen. Man braucht also Zeit und Geld für zwei Samtpfoten. Alles im Doppelpack also!

Die Entscheidung – Katze ja oder nein?

  1. Bevor man sich für ein Haustier entscheidet sollte man im Mietvertrag nachsehen, ob vielleicht ein Tierverbot drin steht.
  2. Bei der durchschnittlichen Lebenserwartung von Katzen bindet man sich für ca. 15 Jahre – das sollte klar sein.
  3. Kuscheln, Spielen und Katzenpflege brauchen auch Zeit, die man haben muss.
  4. Falls man länger weg bleibt (Wochenendtripp oder Urlaub, Vergnügen oder Fortbildung), dann braucht man eine Betreuung für die Katze. Im Zweifelsfall kostet die Geld.
  5. Wie sieht es mit der Toleranz gegenüber Katzengerüchen aus? Eine Wohnung oder ein Haus mit Katzentoilette riecht nun mal anders.
  6. Für Katzen muss man Platz und Plätze schaffen. Dazu hinterlassen sie neben Kratzspuren auch viele Haare.
  7. Sicherheit geht vor. Daher gibt es nun Kippsicherungen am Fenster, ein Netz am Balkon und giftige Pflanzen müssen entfernt werden.
  8. Auch wenn sie alt ist möchte eine Samtpfote umsorgt und gepflegt werden. Und natürlich geliebt.
  9. In der Familie sollten alle mit dem neuem Mitbewohner (den neuen Mitbewohnern) einverstanden sein. Es sollte auch keiner eine allergisch auf Katzen reagieren.

Das waren die wichtigsten Fragen, die es vorab zu klären gilt, ehe man sich eine Katze anschafft. Schon bei Punkt eins können wichtige Weichen gestellt werden: Ist die Katze verboten und hat der Vermieter auch gute Argumente gegen eine solche, dann ist der Wunsch nach einer Samtpfote im Haus wohl erst einmal erledigt. Oder man legt es darauf an und zieht vor Gericht. Aber das ist ein Thema für einen anderen Artikel.